ZENTIH: YOUTH ACTIVISM IN YEMEN

YPC News   •   January 14, 2014

Im Schatten möglicher Friedensgespräche festigen bewaffnete Gruppen ihre Herrschaft im Jemen. Der Spielraum für zivilgesellschaftliche Aktivitäten wird kleiner und gefährlicher. Wer sich engagiert, muss mitunter Kompromisse mit den Milizen eingehen.

Schockierende Bilder von unterernährten Kindern, wachsender öffentlicher Druck, auch seitens westlicher Politiker: Es scheint, als hätte die internationale Gemeinschaft endlich die brutale Realität des Konflikts im Jemen erkannt. 85.000 Kinder sollen seit Kriegsbeginn im Jemen verhungert sein. Die humanitäre Situation ist verheerend, aber nicht der einzige Grund für die weit verbreitete Verzweiflung im Land.

Eine ganze Generation von Jugendlichen, die sich während der Aufstände 2011 politisiert hat, leidet heute unter Gewalt, politischer Unterdrückung, psychischen Traumata und fehlenden Zukunftsperspektiven. Trotz der hoffnungslosen Situation setzen die jungen Aktivisten ihren Kampf für Frieden und Stabilität fort. Es sind vor allem Gruppen von Jugendlichen, die heute um ihr Überleben kämpfen, um morgen am Aufbau eines neuen Jemens mitzuarbeiten. Der Mangel an Sicherheit, die immer schlechtere wirtschaftliche Lage sowie das Ausbleiben von finanzieller Unterstützung aus dem Ausland führen jedoch dazu, dass immer mehr Organisationen ihre Arbeit aufgeben.

Die Hoffnung auf einen neuen, besseren Jemen motivierte 2011 zehntausende jemenitische Jugendliche, sich politisch zu engagieren. Sie sehnten sich nicht nur nach einer besseren Regierungspolitik, sondern hofften darüber hinaus, sich einen Platz in einem neuem Jemen sichern zu können. Sie bildeten Diskussionsgruppen, initiierten Entscheidungsprozesse innerhalb von Jugendorganisationen, gründeten politische Parteien und Interessengruppen, arbeiteten ehrenamtlich für Nichtregierungsorganisationen und versuchten so, die Lage innerhalb ihrer Gemeinschaften zu verbessern. Viele Jugendliche hofften, dass dieses Engagement ihre Chancen auf einen Job verbessern würde.